AKTUELLES


10. Februar 2020 Uncategorized0

Vorbemerkung

Der Spitzenverband ZNS (SpiZ) ist der Zusammenschluss der bedeutendsten fachärztlichen Berufsverbände auf dem Gebiet der ZNS-Versorgung.

Mitglieder sind der Berufsverband Deutscher Neurologen (BDN), der Berufsverband für Kinder- und Jugendpsychiatrie, -psychosomatik und -psychotherapie in Deutschland (bkjpp), der Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN), der Berufsverband der Fachärzte für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie (BPM), der Berufsverband Deutscher Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie (BVDP) und der Berufsverband ärztlicher Psychoanalytikerinnen und Psychoanalytiker und in der tiefenpsychologisch fundiert tätigen Ärztinnen und Ärzte  in der Deutschen Gesellschaft für Psychoanalyse, Psychotherapie, Psychosomatik und Tiefenpsychologie BÄP in der DGPT).

Notfallversorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen

Die Verbände des Spitzenverbands ZNS begrüßen ausdrücklich den Referentenentwurf des Bundesministeriums für Gesundheit für das Gesetz zur Reform der Notfallversorgung.

Herausforderung bei der notwendigen, umfassenden medizinisch-psychosozialen Versorgung in Integrierten Notfallzentren (INZ), aber auch aufsuchend im Rahmen des Bereitschaftsdienstes dar. Um eine Vernetzung der somatischen Einrichtungen mit der regional unterschiedlich ausgestalteten psychiatrischen und psychotherapeutischen Versorgung für alle Menschen zu fördern, regen wir an, die in § 123 Absatz 3 SGB V bereits genannten Ausnahmeregelungen zur Ausgestaltung der INZ entsprechend flexibel regional zu nutzen.

Die Landesausschüsse, welche nach § 123 SGB V, die Kliniken bestimmen sollen, an denen INZ eingerichtet werden, müssen entsprechend Beratung zu den praktikablen und regional bereits etablierten Erbringern psychiatrischer und psychosozialer Versorgung einholen. Sektorenübergreifende Versorgung kann durch die im Referentenentwurf beschriebene Festlegung der Betreiber des INZ (KV und Klinik) gelingen.

Wir begrüßen ausdrücklich, dass die fachliche Leitung des INZ bei der KV liegt. Durch im gesamten Bundesgebiet seit Jahrzehnten organisierten Bereitschaftsdienste für alle Patienten besteht hier fundierte Kenntnis zu der breit gefächerten somatischen, psychiatrisch-psychotherapeutischen und psychosozialen Landschaft. Diese ist regional unterschiedlich ausgeprägt. Mittlerweile etablierte Portalpraxen können hier gut integriert werden.

Begrüßenswert ist aus unserer Sicht zudem der Einbezug von Versorgern (§ 295 SGB V), die ohne Beteiligung der Kassenärztlichen Vereinigung Verträge mit Krankenkassen schließen. Hier nennen wir für die Versorgung der Menschen mit psychischen Erkrankungen ausdrücklich die Psychiatrischen und Psychosomatischen Institutsambulanzen.



27. Januar 2020 Uncategorized0

Der Versorgungsbedarf bei Patientinnen und Patienten mit psychischen Erkrankungen hat dramatisch zugenommen und dies mit erheblichen gesundheitsökonomischen Folgen. So haben etwa die Fehlzeiten aufgrund von psychischen Krankheiten seit 2000 um 90% zugenommen. Die hier notwendige krankheitsspezifische Zuwendungsmedizin ist und bleibt trotz moderater prozentualer Honorarerhöhungen unterfinanziert. Eine lediglich formale Aufwertung der Gespräche in nahezu allen Fachgebieten nach dem Gießkannenprinzip löst dieses Problem nicht.

 

Der Gesetzgeber hat diesen Bedarf erkannt und der Gemeinsamen Selbstverwaltung von Ärzten und Krankenkassen im TSVG auferlegt, die Sprechende Medizin zu fördern, erklären die im SpiZ zusammengeschlossenen Verbände, Berufsverbände der Neurologen (BDN), der Kinder- und Jungendpsychiater (BKJPP), der Nervenärzte (BVDN), der Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie (BVDP), der Fachärzte für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie (BPM) und der Berufsverband der Ärztlichen Psychoanalytikerinnen und Psychoanalytiker und der tiefenpsychologisch fundiert tätigen Ärztinnen und Ärzte (BÄP in der DGPT).

„Die aktuelle EBM-Änderung bewirkt eine Umverteilung in nahezu allen Fachgruppen mit nur minimaler Aufwertung spezifischer Gesprächsleistungen bei gleichzeitiger zum Teil massiver Abwertung der Grundpauschalen in den Fächern der sprechenden Medizin“, verdeutlicht der Präsident des SpiZ, Uwe Meier. Hier wurde in sämtlichen Leistungen bei allen Fachgruppen der Arztanteil erhöht. Steuerungseffekte, die zu einer spürbaren Verbesserung der Versorgung der Patienten führen, sind vor diesem Hintergrund kaum zu erwarten. Dem Willen des Gesetzgebers wurde hier allenfalls formal entsprochen.

„Die Chance einer punktgenauen Förderung spezifischer diagnostischer und therapeutischer Leistungen, von der die Patienten unmittelbar profitieren, ist nicht genutzt worden“, bekräftigt Sabine Köhler, Vorsitzende des BVDN.

Dies sei umso fataler, als es gerade die im SpiZ zusammengeschlossenen Facharztgruppen seien, die durch spezifische Intervention in Form von Gesprächen und Zuwendung den Hauptteil der Versorgung von Patienten mit psychischen Erkrankungen tragen.„ Mit der EBM-Reform sollten die technischen Leistungen neu bewertet und die Leistungen der Sprechenden Medizin endlich höher bewertet werden“, beklagt Ingrid Möslein-Teising, Vorsitzende der BÄP in der DGPT.

„So wird die lediglich moderate Besserstellung mancher Gesprächsleistungen dadurch konterkariert, dass diese nicht zu 100% ausbezahlt werden bzw. die sogenannten Grundpauschalen erheblich abgesenkt werden. Dadurch werden Praxen mit hohem Patientenaufkommen (Versorgerpraxen) das Nachsehen haben, obwohl gerade diese unverhältnismäßig stark unter Bürokratie und Regressdrohungen leiden, erläutert Christa Roth-Sackenheim, Vorsitzende des BVDP.

„Ohne eine gezielte Förderung der zeitgebundenen Gesprächsleistungen zur Diagnostik, Behandlung und Therapieprüfung wird sich nichts an der angespannten Versorgungssituation neurologisch, psychiatrisch und psychosomatisch erkrankter Kinder und Erwachsener ändern“, konstatiert Irmgard Pfaffinger, Vorsitzende des BPM.

Mit Blick auf die Bedarfe der Menschen mit neurologischen, psychischen und psychosomatischen Erkrankungen müssen Anreize bereits intensiv zu Beginn der Erkrankungen gesetzt werden im Sinne einer gezielten Förderung spezifischer Gesprächsleistungen. Nur so lassen sich Chronifizierungen, längere und aufwändigere Behandlungen und Folgekosten reduzieren.

 

Die EBM-Reform unter dem Aspekt der Kostenneutralität ist kein geeignetes Mittel, das Versorgungsproblem von Patienten mit psychischen Erkrankungen zu lösen.



22. Januar 2020 Uncategorized0

Der SpiZ veröffentlicht gemeinsam mit der Patientenvertretung DMSG das White Paper Multiple Sklerose 2030 und fordert eine bessere Versorgung und Teilhabe von Menschen mit MS

 

Der Spitzenverband ZNS (SpiZ), der Berufsverband Deutscher Neurologen (BDN) und der Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN) haben heute gemeinsam mit dem Deutsche Multiple Sklerose Gesellschaft Bundesverband (DMSG) das White Paper Multiple Sklerose Versorgung 2030 veröffentlicht. Darin fordern wir ein stärkeres Bewusstsein für die Belange von Menschen mit Multipler Sklerose (MS), eine koordinierte, facharzt- und sektorenübergreifende gesundheitliche Versorgung und eine verstärkte berufliche und soziale Teilhabe von Menschen mit MS.

 

Das White Paper soll einen Anstoß für eine öffentliche Debatte geben, wie Menschen mit MS durch eine bedarfsgerechte medizinische Versorgung selbstbestimmt am Leben teilhaben können. Martina Stamm-Fibich, Mitglied des Deutschen Bundestags und Patientenbeauftragte der SPD-Bundestagsfraktion, unterstützt die Initiative und das Anliegen, die Versorgung und Teilhabe von Menschen mit MS zu verbessern. „Der Schulterschluss zwischen Politik, Ärzten und Patientenvertretungen kann dazu beitragen, allen Patienten eine bedarfsgerechte Versorgung zu ermöglichen“, sagt Dr. Uwe Meier, Präsident des SpiZ.

 

Die medizinische Versorgung von Menschen, die an MS erkrankt sind, ist aufwändig und auf Grund der komplexen Versorgung therapeutisch herausfordernd. „Um die passende Therapie zu finden, muss das gesamte therapeutische Spektrum zur Verfügung stehen. Dazu braucht es weitere Anstrengungen, allen Patientinnen und Patienten Therapien bedarfsgerecht zu ermöglichen. Schnittstellen und vor allem ungewollte Steuerungseffekte, die durch Verordnungsquoten oder Leistungsbudgetierung entstehen, müssen weiter abgebaut werden,“ fordert Dr. Uwe Meier.

 

In der MS-Versorgung ist in den vergangenen Jahren bereits viel passiert. Arzneimitteltherapien sind heute verfügbar, die nicht nur besser wirken, sondern auch die Lebensqualität der Patientinnen und Patienten verbessern helfen. Zu einer patientenorientierten Versorgung gehören auch neuropsychologische Behandlungen, Physiotherapien, Ergotherapien, Logotherapien, ambulanten Neurorehabilitationen und Pflegeangebote. Für den Erhalt der Erwerbsfähigkeit und Berufstätigkeit, der sozialen Teilhabe und der Mobilität sind sie bedeutend.

 

„Dem White Paper müssen nun Maßnahmen und Positivbeispiele folgen, die die patientenorientierte, facharztübergreifende und koordinierte Versorgung erleichtern,“ so Dr. Uwe Meier. „Dafür müssen die relevanten Akteure aus Politik, Selbstverwaltung und Versorgung an einem Strang ziehen.“

 

Die komplette Version des White Papers finden Sie kostenfrei hier.

 



15. Mai 2019 Uncategorized0

Vor der Anhörung im Deutschen Bundestag am 15. Mai 2019 zum Psychotherapeutenausbildungsreformgesetz fordert der Spitzenverband ZNS eine feste Verankerung einer koordinierten und strukturierten Versorgung für den gesamten Bereich der ZNS Erkrankungen im Bundesmantelvertrag.

Es geht dabei nicht um eine einschränkende Regulierung des Zugangs zu Richtlinienpsychotherapie, sondern um eine Erweiterung und Strukturierung der Regelversorgung von Patienten mit psychischen Krankheiten mit und neben der Richtlinienpsychotherapie, welche nur für einen Teil der psychisch Kranken das passende Behandlungsverfahren ist.. Der Teil der Gruppe von psychisch Kranken mit komplexem Behandlungsbedarf, die insbesondere eine kombinierte hausärztliche und insbesondere psychiatrische, psychosomatische oder neurologische Behandlung benötigen, sind im Rahmen der jetzigen Regelversorgung seit Jahrzehnten unterversorgt.. Die aktuellen Diskussionen sind demnach die Folge dieser bisherigen Mangelversorgung in diesem Bereich. Alle ZNS Fächer von der Neurologie über die Psychiatrie und Psychosomatik, die Kinder- und Jugendpsychiatrie wie auch die Psychotherapie müssen deshalb frühzeitiger, d.h. schon zu Beginn der Behandlung koordiniert und strukturiert in der Regelversorgung zusammenarbeiten und rasch auf gezielt einzusetzende, differenzierte und ggf. auch intensivierte Therapieangebote zugreifen können.

Eine derart dicht vernetzte Versorgung führt nicht nur zu einer erheblichen Verbesserung der Versorgungssituation psychisch kranker Menschen sondern optimiert auch die Ressourcenallokation. Dieser Ansatz stößt auch auf eine breite Zustimmung der Ärzte- und Psychotherapeutenschaft.

Eine Strukturierung der Versorgung beinhaltet ein koordiniertes Versorgungsangebot, das sich an den Krankheitsstadien, der Schwere und Akuität der Erkrankung orientiert, sowie die Vernetzung und die Koordination dieser Versorgungsangebote.

Es gibt bereits konkrete Vorschläge und Modelle, wie eine solche Strukturierung aussehen könnte. Hingewiesen sei hier auf ein in der Region Nordrhein im Rahmen des Innovationsfonds geförderten Projekts zur Neurologisch-Psychiatrisch-Psychotherapeutischen Versorgung (NPPV) oder auf ein noch nicht in der Versorgung umgesetztes, aber bereits vorgestelltes Modell zur Versorgung psychisch kranker Kinder und Jugendlicher (KIJUP), das die Kassenärztliche Bundesvereinigung gemeinsam mit Berufsverbänden entwickelt hat. Die Schwierigkeiten der Selbstverwaltung bei der Umsetzung dieser Verträge auch durch mangelndes Interesse der Krankenkassen könnten durch die Initiative des Gesetzgebers mit einem breiten Konsens der Ärzte und Psychotherapeuten überwunden und die Versorgung von Patienten mit psychischen Krankheiten könnte deutlich verbessert werden.

 



9. Februar 2019 Uncategorized0

I. Berufsbezeichnung „Psychotherapeut“

Nach dem Referentenentwurf darf sich derjenige „Psychotherapeut“ nennen, der einen entsprechenden Bachelor- und Masterstudiengang mit den im Rohkonzept einer Approbationsordnung (Anlage 1) geforderten 180 prüfungsqualifizierenden ECTS und die Approbationsprüfung erfolgreich abgeschlossen hat.

Die Berufsbezeichnung „Psychotherapeut“ suggeriert umfassende Kompetenz für die Behandlung von Menschen mit psychischen Erkrankungen. In den Berufsbezeichnungen der Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie, der Fachärzte für Kinder- und Jugendpsychiatrie und -Psychotherapie sowie der Fachärzte für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie ist dies in der Facharztbezeichnung zu erkennen. Diese Psychotherapeuten sind allerdings auch in der Lage, somatische Erkrankungen zu diagnostizieren und zu behandeln und in den Kontext der Psyche des Patienten einzuordnen.

Die Begrenzung auf ausschließlich psychotherapeutische Kompetenz durch die nach der Ausbildungsreform ausgebildeten Therapeuten wird Patienten aber mit der beabsichtigten Regelung nicht klar, der Begriff stellt eine Irreführung darf.



7. Januar 2019 Uncategorized0

Der Spitzenverband ZNS lehnt den Referentenentwurf zur Reform der Psychotherapeutenausbildung mit Entschiedenheit ab. Der vorgelegte Entwurf ignoriert massiv die Entwicklungen der letzten Jahrzehnte seit der Psychiatriereform in Deutschland. Psychisch kranke Menschen werden mit diesem Gesetzentwurf in Bezug auf die Behandlungssicherheit schlechter gestellt als körperlich Erkrankte. Es werden mit dem Reformansatz keine Probleme gelöst, sondern neue geschaffen.

 

  • Die Berufsbezeichnung „Psychotherapeut“ lässt keinen Schluss auf die Grundausbildung des Psychotherapeuten zu und ist damit unscharf. Das fragmentierte Versorgungssystem wird damit noch unüberschaubarer für Patienten. Die Qualifikation ärztlicher Psychotherapeuten wird durch die neue Definition der Berufsbezeichnung im Gesetzentwurf implizit abgewertet, dabei stellt gerade die Qualifikation auch für körperliche Erkrankungen ein hohes Gut für die Qualität der Behandlung dar.
  • Die Verordnung von Medikamenten von medizinisch nicht umfassend ausgebildeten Psychotherapeuten stellt eine Gefahr für die Patienten dar. Ein Modellstudiengang Psychopharmakotherapie mit Befähigung zur Verordnung von Medikamenten kann die Kenntnisse, die ein Arzt von Beginn seines Medizinstudiums erlernt, nicht ausreichend vermitteln. Es reicht nicht, nur zu wissen, wie ein Psychopharmakon im Gehirn funktioniert, es hat nämlich auch Auswirkungen auf andere Organe, die man kennen muss, um Patienten nicht zu gefährden. Wir können den Modellstudiengang deshalb nur in schärfstem Maße ablehnen und davor warnen.

 

Ein Lösungsansatz muss in dem Ausbau der Kooperation zwischen den unterschiedlichen Berufsgruppen liegen. Bislang hat sich der Gesetzgeber leider trotz zahlreicher Gesprächsangebote nicht dazu bereitgefunden, die Neuregelung der Psychotherapeutenausbildung gemeinsam mit den beteiligten Berufsgruppen zu planen. Psychotherapie ist ein fundamentaler Kernbestandteil ärztlichen Selbstverständnisses, die praktische Ausbildung ist in medizinischen Einrichtungen angesiedelt. Mit dem Gesetzentwurf wird eine Planung ohne Beteiligung zentral Beteiligter versucht, weil es einfacher erscheinen mag, es nur mit einer Berufsgruppe zu planen. Wir sind in größter Sorge um die Versorgung psychisch kranker Menschen in Deutschland.

 



23. Oktober 2018 Uncategorized0

Der Spitzenverband ZNS (SpiZ) ist der Zusammenschluss der großen fachärztlichen Berufsverbände auf dem Gebiet der ZNS-Versorgung.

Mitglieder sind der Berufsverband Deutscher Neurologen (BDN), der Berufsverband für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie in Deutschland (BKJPP), der Berufsverband Deutscher Nervenärzte (BVDN), der Berufsverband der Fachärzte für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie (BPM), der Berufsverband deutscher Fachärzte für Psychiatrie und Psychotherapie (BVDP) und der Berufsverband ärztlicher Psychoanalytikerinnen und Psychoanalytiker in der Deutschen Gesellschaft für Psychoanalyse, Psychotherapie, Psychosomatik und Tiefenpsychologie (DGPT).

Die Beschäftigung des Gesetzgebers mit der neuropsychiatrischen Versorgung wird von uns ausdrücklich begrüßt. Die wachsende Bedeutung der Versorgung von Menschen mit neurologischen und psychischen Erkrankungen sowie die Weiterentwicklung insbesondere der ambulanten Versorgungsmöglichkeiten sind die Kerninteressen unserer Verbände und wir widmen uns diesen Themen seit Jahrzehnten.

Der Kabinettsentwurf des TSVG wird intensiv diskutiert, es sind zahlreiche Stellungnahmen der Beteiligten bereits veröffentlicht worden. Der Spitzenverband ZNS möchte im Folgenden lediglich auf die Themengebiete, die die Fachgruppen des Spitzenverbands im Besonderen betreffen, eingehen.

 

Die komplette Stellungnahme finde hier.



21. September 2018 Uncategorized0

Die Versorgung von Patienten mit Erkrankungen des ZNS ist eine der wichtigsten Aufgaben einer verantwortungsvollen Gesundheitspolitik. Die Inanspruchnahme von Behandlungen nimmt stetig zu, Arbeitsunfähigkeitszeiten explodieren mitsamt den volkswirtschaftlichen Kosten. Stressassoziierte psychosomatische und somatische Krankheiten gewinnen ebenfalls an Bedeutung. Ambulante Versorgung ist gerade hier gefragt und äußerst leistungsfähig. Allerdings zeigt die Bestandsaufnahme erhebliche Wettbewerbsverzerrungen.

Die vom Spitzenverband ZNS in Auftrag gegeben Studie, erarbeitet von Herr Prof. Haucap von DICE Consult finden Sie hier.Download der Studie

Schlüsselaussagen der Studien

  • Die Versorgung von Patienten mit psychischen Krankheiten und Hirnerkrankungen stellt aktuell und mit der Gewalt eines Tsunami in der Zukunft ein gesamtgesellschaftliches Problem dar

 

  • Die Antworten der Politik auf diese Dynamik sind derzeit vor allem kurzsichtig durch Überregulation oder blindes Vertrauen auf Marktgesetze geprägt und nicht geeignet qualitativ hochwertige Versorgung mit angemessener Verfügbarkeit sicher zu stellen

 

  • Die Versorgung von Patienten mit psychischen Krankheiten sowie Hirnerkrankungen ist vor allem Zuwendungsmedizin

 

  • Die Facharztgruppen, die mit der Behandlung von ZNS-Krankheiten befasst sind, sind traditionell durch eine Vielzahl von Wettbewerbsverzerrungen benachteiligt, was eine patientenzentrierte Entwicklung innovativer Versorgungsformen behindert

 

  • Politik und Selbstverwaltung sind aufgefordert, die Zuwendungsmedizin systematisch zu fördern und Anreize für einen echten Wettbewerb um die beste Versorgung der Schwerkranken zu schaffen

 

  • Politik und Selbstverwaltung sind aufgefordert, Wettbewerbsnachteile aufzuheben, damit sich die ambulant-wohnortnahe Versorgung mit gestuften, patientengerechten und interdisziplinären Versorgungsangeboten entwickeln kann

 



7. Mai 2018 Uncategorized0

Der Spitzenverband ZNS begrüßt außerordentlich, dass sich der 121. Deutsche Ärztetag in Erfurt in diesem Jahr besonders der Versorgung von Menschen mit psychischen Erkrankungen widmet

Die Inanspruchnahme von Leistungen bei psychischen und psychosomatischen Erkrankungen hat in den letzten 20 Jahren sehr stark zugenommen.Diese Zunahme und die gleichzeitig bestehenden Versorgungsengpässe sind u. a.  Folge einer jahrzehntelangen und systematischen Vernachlässigung der sprechenden Medizin. Das rein ärztliche Gespräch ohne technischen Einsatz wird von allen ärztlichen Leistungen de facto am schlechtesten vergütet. So haben Fachärzte für Psychiatrie oder für Psychosomatische Medizin innerhalb der Ärzteschaft im Vergleich zu allen anderen Fachgebieten weit unterdurchschnittliche Einkommen.



1. November 2017 Uncategorized

 

Vorbemerkung

 

Der Spitzenverband ZNS (SpiZ), in dem sich die führenden fachärztlichen Berufsverbände der psychiatrischen, kinder- und jugendpsychiatrischen, neurologischen und psychosomatischen Fachgruppen zusammengeschlossen haben, sieht die vorliegende Vereinbarung der GKV, PKV und DKG zur Stationsäquivalenten Behandlung (StäB) äußerst kritisch.


Spitzenverband ZNS 2017