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15. Mai 2019 Uncategorized0

Vor der Anhörung im Deutschen Bundestag am 15. Mai 2019 zum Psychotherapeutenausbildungsreformgesetz fordert der Spitzenverband ZNS eine feste Verankerung einer koordinierten und strukturierten Versorgung für den gesamten Bereich der ZNS Erkrankungen im Bundesmantelvertrag.

Es geht dabei nicht um eine einschränkende Regulierung des Zugangs zu Richtlinienpsychotherapie, sondern um eine Erweiterung und Strukturierung der Regelversorgung von Patienten mit psychischen Krankheiten mit und neben der Richtlinienpsychotherapie, welche nur für einen Teil der psychisch Kranken das passende Behandlungsverfahren ist.. Der Teil der Gruppe von psychisch Kranken mit komplexem Behandlungsbedarf, die insbesondere eine kombinierte hausärztliche und insbesondere psychiatrische, psychosomatische oder neurologische Behandlung benötigen, sind im Rahmen der jetzigen Regelversorgung seit Jahrzehnten unterversorgt.. Die aktuellen Diskussionen sind demnach die Folge dieser bisherigen Mangelversorgung in diesem Bereich. Alle ZNS Fächer von der Neurologie über die Psychiatrie und Psychosomatik, die Kinder- und Jugendpsychiatrie wie auch die Psychotherapie müssen deshalb frühzeitiger, d.h. schon zu Beginn der Behandlung koordiniert und strukturiert in der Regelversorgung zusammenarbeiten und rasch auf gezielt einzusetzende, differenzierte und ggf. auch intensivierte Therapieangebote zugreifen können.

Eine derart dicht vernetzte Versorgung führt nicht nur zu einer erheblichen Verbesserung der Versorgungssituation psychisch kranker Menschen sondern optimiert auch die Ressourcenallokation. Dieser Ansatz stößt auch auf eine breite Zustimmung der Ärzte- und Psychotherapeutenschaft.

Eine Strukturierung der Versorgung beinhaltet ein koordiniertes Versorgungsangebot, das sich an den Krankheitsstadien, der Schwere und Akuität der Erkrankung orientiert, sowie die Vernetzung und die Koordination dieser Versorgungsangebote.

Es gibt bereits konkrete Vorschläge und Modelle, wie eine solche Strukturierung aussehen könnte. Hingewiesen sei hier auf ein in der Region Nordrhein im Rahmen des Innovationsfonds geförderten Projekts zur Neurologisch-Psychiatrisch-Psychotherapeutischen Versorgung (NPPV) oder auf ein noch nicht in der Versorgung umgesetztes, aber bereits vorgestelltes Modell zur Versorgung psychisch kranker Kinder und Jugendlicher (KIJUP), das die Kassenärztliche Bundesvereinigung gemeinsam mit Berufsverbänden entwickelt hat. Die Schwierigkeiten der Selbstverwaltung bei der Umsetzung dieser Verträge auch durch mangelndes Interesse der Krankenkassen könnten durch die Initiative des Gesetzgebers mit einem breiten Konsens der Ärzte und Psychotherapeuten überwunden und die Versorgung von Patienten mit psychischen Krankheiten könnte deutlich verbessert werden.

 


Spitzenverband ZNS 2017